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Es wird niemand scugnen, daß wenn ungarische und Universalgejchichte acht Jahre hindurch nach der konzentrierenden und heuristischen Methode vorgetragen werden, die Söhne Ungarns ein schönes, wahres und begeisterndes Weltbild mit sich ins Leben hinaustragen, das Gewordene, die sozialen Drdnungen richtig verstehen werden. Doch mit dem Geschichts- und Kulturunterricht allein ist es nicht genug. Wir verlangen vom Gymnasiasten die ausgebreitetesten Sprach- und möglichst viel naturwissenschaftliche Kenntnisse.

Auch hier helfen nur die befreienden Methoden der Konzentration, Heuristit, Anichauung und Anknüpfung. Vorausgeseßt, daß die Nationalsprache ihrer Materie nach schon in der Voltsschule eingeprägt ist, ist bei der Einführung einer jeden neuen Sprache auf die Analogien hinzuweisen, welche aus dem Sprachgeist als solchem hervorgehen. Die philologischen Lehrer müssen unbedingt nicht nur in der finnisch-ugrischen, sondern auch in der indogermanischen Sprachvergleichung zuhause sein. Wörter dürfen nur auf etymologischem Wege gelehrt werden, damit der Schüler auch in das Werden des Sprachwunders Einsicht bekomme. Er muß jelbst die Wörter bilden lernen. Den Gang der Kultur joll er aus den entlehnten Wörtern erkennen. Überall wird er ein Gesek, Vernunft und historische Notwendigkeit finden. Wie die Sprachvernunft sich in den bestimmten termini technici, in den feinen Unterscheidungen der Synonyme cusprägt, soll den Schüler 311 dem höchsten Gesichtspunkte führen, daß das Wort eine festgeprägte Münze im menschlichen Verkehr ist. Er soll verstehen, was die Prinzipien bedeuten sollen: „Das Wort ihr sollet lassen stahn“, und ,,an Raisers Wort sollt ihr nicht deuteln und rütteln“. Weitersgreitend zur Syntar gelangt der Schüler schon in die Sphären der Logit und ein geschidter Lehrer hat Gelegenheit, aus der sonst so verhaßten Syntay, der Ordnung der Worte und Säße, den Zugang zur höchsten Geisteswissenschaft, zur Erkenntniß der Wahrheit und der Ordnung aller Dinge zu erschließen.

Man wird uns zugeben, daß die Philosophie immer das Aschenbrödel des Gymnasialunterrichts war. Woher auch Lehrer und Lehrbücher für diese schwerste, für die Krone aller Wissenschaften hernehmen? Die Gymnasialphilosophie blieb immer eine Karrikatur, ein unnüßer Krempel. Es wird auch lange nicht besser werden, wenn nicht berufene und begeisterte Männer auftauchen werden, um wertthätig einzugreifen und abzuhelfen. Daß dem Thun'schen System nicht sehr darum zu thun war, aus den österreichischen Unterthanen selbstdenkende, geistesfreie Menschen zu erziehen, ist selbstverständlich. Auch die Kirche fand kein Vergnügen an derlei Faust’ichen Disziplinen. Gerade den ungarischen Geistlichen indeß muß es nachgejagt werden, daß sie der Philosophie eine große Vorliebe zugewendet haben, nur daß sie mehr sich selbst, als ihre Schüler darin unterrichteten.

Nun, wenn je die Philojophie im ungarischen Schulunterricht eine Rolle spielen joll, jo ist dies auch nur durch die konzentrierende Unterrichtsmethode zu erreichen. Aus der Nationalgeschichte sind die Disziplinen der Ethit und Piychologie zu konstruieren, aus dem Sprachunterricht die Logit zu entwickeln, und in Zusammenhang mit den Naturwissenschaften sind Religion und Metaphysit festzustellen. Sol die Erziehung zum Denken mehr als eine Phrase sein, so muß der philosophische Unterricht durch das ganze Gymnasium hindurch geführt werden.

Der naturwissenschaftlich-mathematische Unterricht endlich findet reichliche Anknüpfung zunächst in der Heimatstunde. Der Schüler findet schon zu= hause einen fast unermeßlichen Stoff für Kenntnis der Flora, Fauna, für die Disziplinen der Geologie, Meteorologie, Astronomie. Indem man ihn mit dem Bani: wejen seiner Vaterstadt bekannt macht, führt man ihn in die Mechanit ein, durch den Besuch der Fabriken kann er in alle Zweige der Physik und Chemie, in alle Gewerbszweige allmählich spielend eingeführt werden. Die ganze Natur beruht auf Mathematit, es müßte jonderbar zugehen, wenn ein geistvoller Lehrer nicht den

Aus hoc est, aus dem Sportschaften sind e

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Afflicht gegen die Bungen Schlagworten, Hocht blos Bured

mathematischen Schlüssel aller Dinge den Schüler selbst finden und ihm eine unauslöschliche Liebe zu dieser größten aller geistigen Mächte einflößen könnte.

Doch der von uns berührte Gegenstand bedürfte ganzer Bände zu einer gründlichen und fruchtbaren Auseinandersebung. Wir müssen uns damit trösten: sapienti sat! Die heilige Pflicht gegen die Zukunft unserer Nation gebietet uns, energisch darauf hinzuweisen, daß es wedet mit bloßen Schlagworten, noch mit administrativen Verbesserungen gethan ist, jondern daß ein Minister, der nicht blos Bureaukrat sein will, unverwelkliche Lorbern für sich und seine Nation finden kann, wenn er den Unterricht als solchen von der absolutistischen Überlieferung löst und auf modern liberale, geistbefreiende und geistentfaltende Basis ftellt.

Dr. Adolf Silberstein.

Ludwig Knöpfel, Statistische Untersnchungen über die Gesamtlage der akademisch gebil:

deten Lehrer im Vergleiche mit den übrigen Beamten im Großherzogthum Hessen, unter besonderer Berüdsichtigung der Verhältnisse in den größeren deutschen Bundesstaaten.

(Gießen, Roth, 1897). 32 S.

In ähnlicher Weise wie H. Schröder in seinem schnell bekannt gewordenen Schriftohen: „Oberlehrer, Richter und Offiziere“ und bereits unter Berüdjichtigung des dort gebotenen Stojjes unterwirft L. finöpfel die Gesamtlage der höheren Beamten des Großherzogthums Hessen voin Standpunkte des akademisch gebildeten Lehrers aus einer eingehenden, auf reichliches statistisches Material gegründeten Betrachtung. Vergleichsweise berüdsichtigt sind außerdem die einschlagenden Zustände im Königreiche Sachsen als des Staates, in dem die Verhältnisse der akademisch gebildeten Lehrer ähnliche sind. Knöpfel fann nachweisen, daß die statistischen Erhebungen verschiedener Herkunft weitgehende Übereinstimmung zeigen und sichert dadurch seinen Untersuchungen den Anspruch auf Beachtung auch über die Kreise seiner näheren Umts. und Landesgenossen hinaus.

Unter Verweisung auf das Original bezüglich aller Nachweise im Einzelnen beschränken wir uns hier auf Angabe der wesentlichen Folgerungen, zu denen Kn. gelangt. Sie lauten: die akademisch gebildeten Lehrer besigen eine sehr lange, vielleicht die längste Vorbereitungszeit und kommen sehr spät, jedenfalls später als die Juristen, zur definitiven Anstellung. Nur ausnahms weise (1,2 %) können sie über das 60. Lebensjahr hinaus noch im Dienste bleiben, während bei den übrigen Beamtenkategorien immer noch ein ansehnlicher Bruchteil der Beamten mit dem 60., ja sogar mit dem 65. Lebensjahre seinen Dienst versieht. Nur halb soviel akademisd ges bildete Lehrer als Beamte der vier übrigen zum Vergleich herungezogenen Kategorien (Nichter, Oberförster, Verwaltungsbeamte und Steuerkommisjäre) besißen ein definitives Dienstalter von 20 Jahren; ein definitives Dienstalter von 30 Jahren gehört bei den ersteren, den Lehrern, im Gegensatze zu den legteren zu den Seltenheiten. Trofdem ist der Durchschnittsgehalt der Lehrer der niedrigste, ihre Avancementsaussicht die geringste von allen akademisch gebildeten Veamten. – An der Hand zahlreicher Gitate wird des weiteren ausgeführt, wie die preußische Regierung schon seit 50 Jahren den Grundjatz vertritt, daß die afademisch gebildeten Lehrer und die Richter unterster Instanz in jeder Beziehung gleiche amtliche und soziale Stellung besitzen, wie die Dezem. berkonferenz vom Jahre 1890 und deren Ausschuß zu der entsprechenden Forderung gelangt sind und wie endlich Fürst Bismard für die Notwendigkeit der Hebung unseres Standes einges treten ist. Nachdem der Verf. ferner den Stand der Frage speziell in Hessen nach den Vers handlungen der 2. Kammer v. 3. 1886 erörtert und die Gründe widerlegt hat, die damals, trotz der wohlwollenden Stellung der Mehrzahl der Redner, zur Ablehnung des Gesuchs der akademisch gebildeten Lehrer um Gleichstellung mit den Richtern geführt haben, faßt er endlich die Gründe, die für eine solche Gleichstellung sprechen, noch einmal übersichtlich zusammen.

Wir stehen nicht an, in allen wesentlichen Puntten unser Einverständniß mit den Ausführungen des Herrn Verf. zu erklären. – Nicht darauf kann es uns anfommen, daß wir in allen Einzelheiten gerade den Juristen 1. Instanz völlig gleichgestellt werden, wohl aber darauf, daß wir nicht offensichtlich hinter allen anderen, die ähnliche Mühe und Kosten auf ihre Berufsa ausbildung verwenden mußten, zurückgestellt werden. Wir brauchen die Unterstüßung des Staates, wenn wir ihm in unsrer wichtigen und erponierten Stellung das leisten sollen, was er von uns, heute mehr denn je, erwarten muß; wir brauchen sie, damit es für jeden eine Ehre und eine Freude sein kann, dem Vaterlande als Lehrer einer höheren Schule zu dienen. - Leipzig.

Dr. Walther Schmidt. [Oberlehrer am Thomasgymnasium.]

Die im Eingang dieser Anzeige angeführte Schrift von Øeinrich Schröder ist die fürzlich erschienene zweite, yunter Ben übung des neuesten amtlichen Materials bedeutend erweiterte“ Auflage der Schrift „Oberlehrer und Richter in Preußen“, die wenige Wochen nach ihrer Veröffentlichung vergriffen war, ein Umstand, der nicht nur dem lebhaften 3nteresse für die behandelte Frage verdankt wird, sondern ebenso der Art ihrer Behandlung. Denn während die Äußerungen ähnlichen Inhalts in Petitionen, Zeitungen und Zeitschriften vielfach einer festen statistischen Grundlage entbehrten und einen psychologisch zwar wohl erklärlichen, aber der Sache weniger dienenden Ton anschlugen, sind Schröders Behauptungen durchweg auf breitem, sicherem Fundament aufgebaut und zugleich in der logisch-ruhigen Weise vorgetragen, die geeignet ist, auch Andersdenkende zu überzeugen. Wir empfehlen daher jedem, der für die Fragen der Anstellung und des Gehalts der akademisch gebildeten Lehrer interessiert ist, diese in Kiel und Leipzig bei Lipsius und Tischer erschienene Schrift (deren Preis nur 1 M. 40 Pf. beträgt) zu lesen, insbesondere den Abschnitt, der betitelt ist das Finanzministerium und die Forderungen der höheren Lehrer.“

Zugleich möchten wir auf zwei Veröffentlichungen aufmerksam machen, die vor Kurzem der bayerische Gymnasiallehrerverein und die Vereinigung von Lehrern an städtischen höheren Schulen Dresdens herausgegeben haben und die einen sehr belehrenden Einblick in die Avancements-, zum teil auch in die Gehaltsverhältnisse der höheren Lehrer an den bayerischen Gymnasien und an den Schulen der genannten Stadt geben: Personalstatus der Gymnajien, Progymnasien und Pateinschulen im Königreich Bayern nach dem Stande vom 1. April 1897, zujammengestellt von den Kgl. Gymnasiallehrern in München Dr. Burger, Dr. Hamp und Dr. Stapfer, im Selbstverlag des Bayer. Gymnasiallehrervereins München 1897 – und lehrerbuch für die städtischen höheren Schulen Dresdens, IV. Jahrgang 1896. Beide Hefte sind sicher von den Vorsitzenden der Vereine, Prof. Dr. Gebhard in München, Kirchenstraße 3 I, und Dr. Heger, Professor am Wettinergymnasium in Dresden, zu beziehen.

Ferner seien alle, welchen die vom bayerischen Gymnasiallehrerverein herausgeges benen Blätter für das Gymnasial-Schulwesen nicht regelmäßig zu Gesicht kommen, ausdrüdlich auf den höchst interessanten Bericht im 1. Heft des Jahrgangs 1897 aufmerksam gemacht, in dem Prof. Dr. Gebhard die Ergebnisse der lebten bayerischen Landtagsverhandlungen bezüglich der höheren Schulen und der akademisch gebiideten Behrer zusammengestellt hat. Was bei den Verhandlungen über dicse Dinge in Bayern stets einen schr günstigen Eindruck macht, das ist einmal die wohlwollende und energische Art, wie das dortige Kultusministerium durch seine Vorschläge und ihre Vertretung den ihm vorgetragenen gerechten Wünschen des allezeit rührigen Gymnasiallehrervereins entspricht, und zweitens die wirkjame Unterstübung, welche diese Wünsche immer im Landtag durch eine Reihe von einflußreichen und beredten Abgeordneten verichiedener Parteien erfahren, insbesondere durch Abgeordnete, die selbst dem höheren Lehrerstand angehören. So hat denn auch der lezte Landtag manches erfreuliche Ergebnis gebracht und, wenn man anderwärts sich noch vergeblich um Gleichstellung der Lehrer an den Mittelschulen mit den Richtern erster 3 nst a nz bemüht, so treten uns in dem Gebhardichen Bericht wes sentlich andere Anschauungen entgegen. Der Referent der Kammer über die Angelegenheiten des höheren Schulwesens, Lycealrektor Daller, sprach als seine Meinung aus, daß die Gymnasialprofessoren im Range den Landgerichtsräten und die Gymnasiallehrer den Amtsrichtern gleichstünden, und bat den Herrn Kultusminister, ihn im Jrrtumsfall zu forrigieren. Dieser aber (iekt H. von Landmann) erklärte die Auffassung des Referenten für begründet: na dem bezüglich der Gymnasialrettoren ausdrüdlich bestimmt sei, daß sie den Rang von Kollegialräten (von Oberlandesgerichtsräten und Landgerichtsdirektoren) hätten, werde fich von selbst und mit Rüdjicht auf die dienst lide Stellung und die Gehaltsverhältnisse der Gymnafialprofessoren die Folgerung ergeben, daß diese den gleichen Rang wie die Landgerichtsräte beanspruchen tönnten (vergl. übrigens die Mitteilung im Fahrg. 1892 unserer Zeitschrift S. 56 oben).

Endlich sei hier darauf hingewiejen, daß zwischen den Vereinen, die in den verschiedenen deutschen Staaten Lehrer der höheren Schulen verbinden, für Erledigung von Standesfragen ein Kartellverhältnis vorgeschlagen und zumteil schon thatsächlich eingetreten ist, welches in Austausch der Vereinsschriften bestehen soll und in der gegenseitigen Einräumung des Rechts, daß Mitglieder des einen Vereins den Versammlungen des anderen als Gäste beiwohnen dürfen. Ausgegangen ist die Anregung hierzu von Herrn Oberlehrer R. Rollfuß (am Wettinet Gymnasium zu Dresden). Daß wir diesem Gedanken von ganzem Herzen zustimmen und seine Ausführung als sehr förderlich für die gemeinsame Sache ansehen, brauchen wir wohl kaum zu sagen nach der Berüdsichtigung, die besonders in den legten Heften unserer Zeitschrift die Entwidlung der Standesfragen erfahren hat, wie sie sich in verschiedenen deutschen Ländern vollzieht. Übrigens hat ein Verhältnis, wie das vorgeschlagene, zwischen einzelnen Vereinen schon bestanden. Aber entschieden weiter würde führen die Ausdehnung solches Zusammenhaltens über ganz Deutschland. Als derzeitiger Vorsißender des Vereins akademisch gebildeter Lehrer in Baden werde ich mir erlauben, die Sache auf der nächsten (am 12. Juni stattfindenden) Vereinsversammlung zur Sprache zu bringen, und glaube an der Zustimmung meiner Herren Kollegen nicht zweifeln zu dürfen. Schon jeßt aber fann ich sehr wohl allen Vereinen, die sich dafür interessieren, die Zusendung derjenigen Vereins-Publikationen und Petitionen anbieten, die von uns Badenern ausgegangen sind und mit denen wir in der Gehaltsfrage einen erfreulichen Erfolg erzielt haben. Zugleich danke ich bestens für die Schriftstücke ähnlichen Inhalts, die mir in den legten Monaten von Bayern, Sachsen, Württemberg und Hessen zugegangen sind.

G. Uhlig. Litterarische Anzeigen. A. Mathias. Wie erziehen wir unseren Sohn najiuins und Healgymnasiums in Düsseldorf, Benjamin?

hat sich schon vor zwei Jahren durch seine In diesen Tagen, wo so mancher nach einem Praftisde Pädagogit für höhere Lebranstalten" Buche jich umsieht, das sich zu einer Liebesgabe allen deutichen Schulmännern auf das Vorteil. eignet, lohnt es sich, auf eine Schrift aufmerk- hafteste belannt gemacht. Jetzt wendet er ride jam zu machen, welche in weiten Kreijen beachtet nicht an die Lehrer, sondern an die Eltern, zu werden verdient. An sich haben ja päda- und entwidelt auf noch nicht 15 Drudbogen, gogische Betrachtungen das Vorurteil gegen fich, was sie zu thun haben, damit aus ihrem Sohne daß sie langweilig seien, und diese Voraussetung ein wirklicher Glüdsjohn werde; denn das bedeutet trifft oft genug zu. Von dem kleinen Buce: „Wie das hebräische Wort Benjamin. Die reiche Erfah' erziehen wir unseren Sohn Benjamin? Ein Buch rung, aus der M. schöpft, wenn er die Entwide. für deutsche Väter und Mütter von Dr. Adolf lung des Kindes von der Wiege bis zum Beginn Mathias“ (München 1897 C. H. Bed) kann ders seiner Selbständigkeit schildert, verrät jich auf fichert werden, daß es seine Lejer ebenjo zu jeder Seite des Buds; die durchaus freundliche, fesseln als anzuregen vermag. Der Verfasser, aber zugleich überzeugende und großenteils in hedverdienter Sd, ulmann, Direttor des Gym- willige Darstellung sorgt dafür, daß man den

hier mitgeteilten Beobachtungen mit lebhaftem So berdient das Buch in jeder Hinsicht Anteil folgt. Man tann dreist behaupten, empfohlen zu werden.

G. Wendt. daß jeder Vater und jede Mutter Bemerkungen (Aus der „Karlsruher Zeitung“ v. 20. Dez. 1896.) in dem Buge finden, die ihnen nüblich sein fönnen. Oft genug braucht der Verfasser auch 6. 3. frumbach, Geschichte und Kritik der die Waffen ichlagender Satire. Aber davon deutschen Schullesebücher. 2. Teil, mitbes werden sich schwerlich viele Leser getroffen fühlen. arbeitet und herausg. v. I. G. Sieber. Denn die, welche gemeint sein tönnten, sind in Teubner 1896. der Regel davon überzeugt, daß fie ihre Rinder Das vortreffliche Buch bezieht sich zwar zuvortrefflich erziehen. Aber gerade ihnen wird nächst nur auf das Voltsschullejebuch, enthält es erwünscht sein, hier zu erfahren, wie ichlecht aber auch für höhere Lehranstalten in seinen es andere machen. Jedenfalls finden alle für mit Klarheit, Wärme und feinem pädagogischem zahlreiche recht wichtige Fragen, die feinem Taft geldhriebenen Ausführungen viel Beher-, Elternpaare erspart bleiben, hier durchaus vors zigenswertes. Die Bedeutung der vollstümtrefflichen Rat, und überall zeigt sich, daß lichen Stoffe, der anschaulichen Bilder in den dieser im Einklang fteht mit den Lebensan- Lejebüchern, die wichtigkeit der Pflege des Dias

chauungen unserer besten Dichter und Philos lekts und des Landschaftlichen sind ebenso er: jophen. Sei von den vielen aus glüdlichstc freuend besprochen wie die Frage der Behandeingewebten Citaten vor allem auf Goethe's lung religiöser und moralischer Stoffe. Ans Bemerkung verwiesen über diejenigen, welche ziehend ist die Betrachtung, welche die Quellen, die Erziehung ihrer Kinder vor allem einem wie Grimms Märchen, mit den Tertänderungen günstigen Soidjal überlassen möchten: „Das in den Lesebüchern vergleicht oder die mancherlei Schidjal ist ein vornehmer, aber teurer Hof- Mängel in Stüden nachweist, die fast zum eijers meister. Ich würde mich lieber an die Vers nen Bestande der Lesebücher gehören. Ein nunft eines menschlichen Meisters halten.“ Ein Anhang bringt eine kurze, oft schlagende Kritit folder hat hier in der That das Wort genommen. einer großen Zahl der gebräuchlichen Bücher, So verfolgt er denn den kleinen Benjamin vom S. 189—205 der für höhere Lehranstalten bes ersten Tage seines Lebens durch seine Kinder- stimmten. Berechtigt ist die Kritit, daß viele jahre, spricht in einsichtiger, überzeugender Weije neue Erscheinungen auf diesem Gebiete keinen von der Bedeutung des Spiels und von dem pädagogischen Fortschritt bedeuten. R. Unfug, der heutzutage mit den Spielsachen und Bilderbüchern getrieben wird; verweist auf die Sense, Deutsches Lesebud für die ob. Kl. höh. Unterschiede des Temperaments, die icon in Lehranst. 1. Teil. Dichtung des Mittelder frühen Kinderzeit beachtet werden müssen. alters. 3. verb. Aufl. Freiburg, Herder Aber auch für den nicht gerade jeltenen Fall, 1896. S. 256. M. 1, 80. daß ein Kind dumm erscheint, hat er sehr Das Lesebuch giebt namentlich größere Aus. beherzigenswerten Trost, jelbst wenn das Ents züge aus den Nibelungen, der Gudrun, Walther jegliche vorfält, daß Benjamin zum erstenmal von der Vogelweide, fürzere von den drei höfilügt, weiß er Rat, und vollends, wenn dann ichen Epitern, Freidant und den Lyrifern vor die Not mit der Schule beginnt. Gerade die- Walther. Meist sind es übersegungen, doch jes Kapitel muß als besonders gelungen hervors findet sich der Urtegt für einzelne Aventiuren gehoben werden. Auch zeigt sich sehr deutlich des Voitsepos abgedrudt, Tert und übersekung daß der Verfasser feineswegs einseitig für die stehen anderswo neben einander, durchweg jo Autorität der Schule eintritt. Aber in jedem bei Walther. Der gegebene Stoff ist reichlich Wort hat er Recht, wenn er teinen Grund zur bemessen, und wohl geordnet; die charakterisieren: Verzweiflung darin findet, daß auch der gute den Übersichten sind schlicht, klar, zwed mäßig. Benjamin einmal nicht promoviert wird, oder wenn er die Herren Väter dringend davor Von dem Döbelner Lejebud (Teubner) ist der warnt, zu viel Gewicht auf die Rangnummern 5. Teil in 2., umgearbeiteter Aufl. 1895 erschieder Zensuren zu legen. Höchst drastisch wird nen; er ist berechnet für die oberste Klasse der Realdann diejenige Zeit geschildert, die der Volfas sculen (=U. II der Gymn.) und will in einer mund als die Flegeljahre zu bezeichnen liebt, gewissen Vollständigkeit einen Überblid über die und mit dem allerbesten Humor das Bild der gesamte deutsche Litteratur geben, weil viele Biebe gezeichnet, die ihren Namen aus der Schüler aus dieser Klasse ins praktische Leben Naturgeschichte des Affen entlehnt - eine sehr übertreten. Daher Hildebrandslied, Nibelungen anschauliche Behandlung des Gegenstandes aus und Gudrun und Walther, Hans Sachs und Brehm's Tierleben wird ausdrüdlich mitges das Volkslied, Klopstod und die Romantiker, teilt. Ob es nicht in mancher Familie ans Jean Paul und Ranfe und Felir Dahn. Die gezeigt wäre, daß der Vater diesen Abschnitt Herausgeber haben zwar in der neuen Auflage dann und wann der Mutter, oder umgelehrt jich auf das Notwendige beschränken wollen, die Mutter dem Vater vorläse, bleibe dahin- aber diese Fülle des Materials auf 590 S. gestellt. --- Zuleft wird mit Einsicht und Bes für ein Jahr hat etwas Bedrüdendes, und jonnenheit alles erwogen, was bei der Wahl manches eignet sich durchaus nicht für die des späteren Berufs in Betracht tommt. Altersstufe 14-15jähriger Knaben. Den Dra

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